Projekte die Schule machen können

Hamburg, 26.06.08 – Neues Förderprojekt für Jugendliche

NORDMETALL gibt Hauptschülern eine “Nordchance”

• Neues Programm soll schwächere Abgänger ausbildungsfähig machen
• Verband stellt 7,5 Mio. Euro zur Verfügung

Der Arbeitgeberverband NORDMETALL verstärkt sein Engagement für Schulabgänger ohne Ausbildungsreife. Unter dem Titel „NORDCHANCE“ startet im Herbst ein mehrjähriges Programm, mit dem bis zu 1.000 Jugendliche aus Norddeutschland an die duale Ausbildung herangeführt werden sollen. Dabei gehe es darum, die Jugendlichen nicht nur fachlich, sondern vor allem auch in sozialer Hinsicht auf eine gewerblich-technische Ausbildung vorzubereiten.

Die Kultusministerkonferenz hatte Mitte Juni berichtet, jeder zweite Hauptschüler bliebe auch ein Jahr nach Schulende ohne Ausbildungsplatz. Hier soll das Programm „NORDCHANCE“ ansetzen. „Vielen Hauptschülern mit schlechtem oder gar keinem Abschluss fehlen nur noch wenige Fähigkeiten bis zur Ausbildungsreife“, so NORDMETALL-Präsident Ingo Kramer. Bei manchen fange das schon mit pünktlichem Aufstehen an, andere hätten Sprach- oder Rechenschwierigkeiten. Mit dem Programm „NORDCHANCE“ wolle der Verband im Zusammenspiel mit Betrieben, Bildungsträgern und Berufsschulen Bildungsdefizite und Schwächen analysieren und beseitigen. So sollten die Jugendlichen motiviert und fit gemacht werden für eine Lehrstelle.

„Wir können auf keinen verzichten“

NORDMETALL stellt für das Programm in den nächsten fünf Jahren insgesamt 7,5 Millionen Euro zusammen. „Unsere soziale Verantwortung und auch der demografische Wandel verpflichten uns dazu, in Zukunft noch mehr Jugendliche mit Vermittlungshemmnissen in unser Ausbildungssystem zu integrieren“, so Kramer. Erstmals seit sieben Jahren könnte es Ende 2008 mehr Lehrstellen als Bewerber geben. Der Wettbewerb um den Nachwuchs werde intensiver. Man könne auf keinen Jugendlichen verzichten. NORDMETALL-Präsident Kramer: „NORDCHANCE wirkt wie ein Sprungbrett in einen regulären Ausbildungsplatz. Und es ist im Unterschied zu vielen anderen Programmen keine Maßnahme, in der Jugendliche geparkt werden.“

Für die Teilnahme am Programm kommen nach Auskunft von NORDMETALL Jugendliche in Frage, die förderbedürftig, aber motiviert seien. Letzteres sei wichtig, um zumindest eine Chance auf Erfolg zu haben, so Kramer. Von NORDMETALL beauftragte Bildungsträger würden die Teilnehmer auswählen. „Die Jugendlichen müssen die Bildungsträger überzeugen, dass sie die Chance erkennen und mit uns den Weg in eine Metallausbildung suchen“, sagte Kramer.

Ablauf des Programms:

Für jeden Teilnehmer dauere die Maßnahme bis zu 12 Monate. Nach einem dreimonatigen Orientierungslehrgang bei einem qualifizierten Bildungsträger folgt eine neunmonatige betriebliche Qualifizierung bei einem Mitgliedsunternehmen. Währenddessen besuchen die „NORDCHANCE“-Teilnehmer die Berufsschule. Dafür sollen eigene Klassen an den Standorten eingerichtet werden. Eine weitere Besonderheit: Während der gesamten Maßnahme werden die Jugendlichen sozialpädagogisch betreut.

Die beteiligten Unternehmen seien ausschließlich erfahrene Ausbildungsbetriebe. Hier erfolge eine Qualifizierung mit Bausteinen aus der tatsächlichen Berufsausbildung. Den Teilnehmern würden dabei praktische und theoretische Fachkenntnisse eines Metallberufes sowie die soziale Einbindung in einen Betrieb vermittelt. Bei Eignung sollen die Jugendlichen im Anschluss an die Maßnahme einen regulären Ausbildungsplatz erhalten.

Jeder Teilnehmer erhält während der gesamten Maßnahme 300 Euro im Monat. Den Betrieben werden anfallende Kosten von der zuständigen Arbeitsagentur bzw. dem örtlichen Träger der Grundsicherung und von NORDMETALL erstattet.

Starten soll das Projekt mit bis zu 40 Jugendlichen im September 2008 in Hamburg. Für die Umsetzung hat NORDMETALL hier das SERCO Dienstleistungszentrum Nord, als erfahrenen Bildungsträger beauftragt. Als Partnerbetriebe sind in Hamburg u. a. Blohm + Voss, Jungheinrich, ThyssenKrupp Fahrtreppen, SAM Electronics und E.C.H. Will dabei.

Nach derzeitigem Stand wird NORDCHANCE im September/Oktober 2008 ebenfalls an folgenden Standorten starten:
• In Bremen und Bremerhaven wird NORDCHANCE jeweils 20 Jugendliche mit dem Bildungswerk der Wirtschaft im Unterwesergebiet auf die Ausbildung vorbereiten.

• In Kiel wird die Technische Akademie Nord 20 Jugendliche auf die Ausbildung vorbereiten.

• In Rostock wird das AFZ (Aus- und Fortbildungszentrum Schifffahrt und Hafen) ebenfalls 20 Jugendliche qualifizieren.

• In Stralsund werden „Haus der Wirtschaft – Bildungszentrum Stralsund“ und Volkswerft bei der Förderung von 20 Jugendlichen kooperieren.

• In Wilhelmshaven ist eine Beauftragung des Bildungswerkes der niedersächsischen Wirtschaft vorgesehen.

„NORDCHANCE beweist: Die Metall-Arbeitgeber im Norden sind sich bewusst, dass nichts sozialer ist, als das, was Arbeit schafft“, so NORDMETALL-Präsident Ingo Kramer. Eine wissenschaftliche Begleitung des Programms ist bereits vorbereitet.

Kontakt für Nachfragen und O-Töne:
Peter Haas
Pressesprecher NORDMETALL
Tel.: 040 / 63 78-4231
Fax: 040 / 63 78-4234
Handy: 0171-53 53 930
E-Mail: haas@nordmetall.de